KI-Training: Wer will Kreative vergüten – und wie?
Aktualisiert am 7. Oktober 2026
OpenAI · Weite Trainingsausnahme
In einem Rechtsstreit vom September 2026 argumentiert OpenAI, die Nutzung der Bücher der Kläger im Pretraining sei stark transformativ und Fair Use. Das stützt für diese Nutzung einen erlaubnisfreien Weg über Fair Use, nicht die Behauptung, jedes Training sei zulässig.
That alleged use was fair because it was highly transformative
OpenAI · Opt-out als Standard
OpenAI erklärt, Web-Verlage könnten über Crawler-Berechtigungen Präferenzen ausdrücken und diese Signale würden beim Training neuer Modelle berücksichtigt. Zudem wurde Media Manager für Ein- und Ausschlussentscheidungen angekündigt. Der Beleg ist älter als zwölf Monate, bleibt aber in den geprüften Quellen die dokumentierte Unternehmenspolitik.
We take these signals into account each time we train
OpenAI · Vorherige Zustimmung
OpenAIs aktuelle Position vor Gericht lautet, das Pretraining mit den Büchern der Kläger sei Fair Use. Damit widerspricht das Unternehmen für diese Trainingsnutzung unmittelbar einer Regel, nach der zuvor die Zustimmung der Rechteinhaber nötig wäre; freiwillige Lizenzen in anderen Kontexten bleiben davon unberührt.
Google · Weite Trainingsausnahme
Googles globale IP-Rede von 2026 plädiert für klare Text-und-Data-Mining-Ausnahmen für Training mit öffentlich zugänglichen Inhalten und bezeichnet Modelltraining als transformativ. Zugleich sagt Google, solche Ausnahmen könnten neben kommerziellen Lizenzverhandlungen bestehen.
Google · Opt-out als Standard
Google schlägt ausdrücklich ein weites Recht zum Trainieren und Grounden von Modellen zusammen mit einem maschinenlesbaren Opt-out für Rechteinhaber vor und verweist auf Google-Extended und robots.txt als bestehende Kontrollmechanismen.
Having a broad right to train and ground
Google · Vorherige Zustimmung
Google erklärt, ein Regime, das für jedes öffentlich zugängliche Trainingsdatum eine kommerzielle Lizenz verlangt, würde KI-Innovation beenden. Bevorzugt wird eine Trainingsausnahme mit Opt-outs statt vorheriger Zustimmung zu jedem Werk.
European Union · Weite Trainingsausnahme
Artikel 4 der Richtlinie (EU) 2019/790 verpflichtet die Mitgliedstaaten zu einer Ausnahme oder Schranke für Text und Data Mining rechtmäßig zugänglicher Werke, sofern die Rechte nicht angemessen vorbehalten wurden. Die aktuelle Umsetzung des AI Act knüpft die Pflichten von GPAI-Anbietern ausdrücklich an die Einhaltung dieser Urheberrechtsregeln.
European Union · Opt-out als Standard
Die Richtlinie macht die Ausnahme nach Artikel 4 davon abhängig, dass die Rechte nicht ausdrücklich vorbehalten wurden. 2025 begann die Kommission, maschinenlesbare Opt-out-Protokolle zu bestimmen, mit denen GPAI-Anbieter die Einhaltung der EU-Urheberrechtspflichten nachweisen können.
European Union · Vorherige Zustimmung
Weil Artikel 4 für rechtmäßig zugängliche Werke eine TDM-Ausnahme schafft, solange Rechte nicht vorbehalten wurden, macht der EU-Rahmen vorherige Zustimmung nicht zum Standard jeder zulässigen Nutzung. Ein Rechtevorbehalt kann die Nutzung aus der Ausnahme herausnehmen.
Agency for Cultural Affairs, Japan · Weite Trainingsausnahme
Japans Urheberrechtsleitfaden für das Fiskaljahr 2026 erklärt, dass Informationsanalyse für KI-Entwicklung ohne Zweck des Werkgenusses nach Artikel 30-4 grundsätzlich ohne Erlaubnis der Rechteinhaber möglich ist. Die Ausnahme greift nicht, wenn die Nutzung deren Interessen unangemessen beeinträchtigt oder andere genannte Grenzen überschritten werden.
Agency for Cultural Affairs, Japan · Vorherige Zustimmung
Die Behörde erklärt ausdrücklich, dass qualifizierte KI-Entwicklungsnutzungen ohne Genusszweck grundsätzlich ohne Erlaubnis der Rechteinhaber möglich sind. Zugleich nennt sie wichtige Grenzen; es handelt sich also nicht um eine universelle Ausnahme für jedes KI-Training.
U.S. Copyright Office · Weite Trainingsausnahme
Das Copyright Office lehnt eine einheitliche Regel für jedes Training ab. Nichtkommerzielle Forschung oder Analyse ohne substituierende Ausgaben kann demnach häufig Fair Use sein; manche kommerziellen Nutzungen ausdrucksstarker Werke – besonders aus Piratenquellen und bei verfügbaren Lizenzen – können außerhalb von Fair Use liegen.
some uses of copyrighted works for generative AI training will qualify
U.S. Copyright Office · Opt-out als Standard
Das Amt erklärt, eine gesetzliche Pflicht der Rechteinhaber zum Opt-out widerspreche dem Zustimmungsprinzip für Nutzungen innerhalb ihrer gesetzlichen Rechte. Würde der Kongress aber eine KI-Trainingsausnahme schaffen, könnte ein Opt-out einen Teil der Kontrolle erhalten, sofern erhebliche Probleme bei Wirksamkeit und Zugänglichkeit gelöst würden.
U.S. Copyright Office · Kollektive Lizenzierung
Das Amt erklärt, kollektive Lizenzierung könne sehr viele Einzeltransaktionen bündeln und Rechteinhabern wie Lizenznehmern Flexibilität geben. Es empfiehlt, die Lizenzmärkte weiterzuentwickeln, und nennt Extended Collective Licensing als mögliche Rückfalloption, falls freiwillige Lizenzierung nicht funktioniert.
U.S. Copyright Office · Vorherige Zustimmung
Das Amt behandelt Zustimmung als Ausgangspunkt für Nutzungen innerhalb der gesetzlichen Rechte der Rechteinhaber, kommt aber zugleich zu dem Schluss, dass manche KI-Trainingsnutzungen Fair Use sein werden. Es befürwortet daher keine vorherige Autorisierung für jedes Training.
The Authors Guild · Weite Trainingsausnahme
Die Authors Guild fordert, KI-Unternehmen sollten sich nicht länger auf Fair Use stützen, sondern Lizenzen nutzen, und verlangt ein Ende der unlizenzierten Nutzung urheberrechtlich geschützter Bücher und journalistischer Werke. Sie widerspricht ausdrücklich der Auffassung, heutiges unlizenzierteres LLM-Training sei Fair Use.
The Authors Guild · Opt-out als Standard
Die aktuelle Lizenzierungsleitlinie der Guild sagt, Autorinnen und Autoren sollten titelweise entscheiden, ob ihre Bücher für KI genutzt werden dürfen, und stellt klar, dass die Nichtteilnahme an einer Lizenz keine Nutzung erlaubt. Das widerspricht einem Standard, bei dem Nutzung zunächst erlaubt ist und Kreative widersprechen müssen.
The Authors Guild · Kollektive Lizenzierung
Die Guild hat kollektive Lizenzierung als Weg zur Vergütung von Autorinnen und Autoren für KI-Training vertreten. In ihrer politischen Arbeit 2023 schlug sie mögliche kollektive Modelle vor; die aktuelle Leitlinie hält weiterhin Lizenzierung, Kontrolle durch Autoren und Vergütung für den bevorzugten Weg.
proposed potential frameworks for collective licensing, including a non-exclusive opt-out basis.
The Authors Guild · Vorherige Zustimmung
Die aktuelle Guild-Leitlinie fordert titelweise Kontrolle über KI-Lizenzen, bezeichnet Training ohne Zustimmung als unethisch und unfair und stellt klar, dass die Nichtteilnahme an einer Lizenz KI-Unternehmen keine Erlaubnis zur Nutzung erteilt.
Not participating in a license does not give AI companies the right
CISAC · Weite Trainingsausnahme
In seiner Stellungnahme zur britischen Konsultation 2025 empfahl CISAC, die bestehende TDM-Ausnahme nicht auf die kommerzielle Nutzung urheberrechtlich geschützter Werke durch KI-Systeme auszuweiten, und forderte stattdessen faire Lizenzierung.
strongly recommend against broadening the scope of the UK’s existing TDM exception
CISAC · Opt-out als Standard
CISAC kritisiert in der britischen Konsultation ein Modell, das Kreativen die Last auferlegt, ihre Werke aktiv zu schützen, und fordert stattdessen faire und transparente Lizenzierung. Damit lehnt der Verband Opt-out als gesetzlichen Standard für kommerzielles KI-Training ab.
CISAC · Kollektive Lizenzierung
CISAC bezeichnet freiwillige Lizenzierung als ausgewogensten Weg und erklärt, Verwertungsgesellschaften könnten faire Lizenzen verwalten, Zugang in großem Maßstab ermöglichen und Wert an eine breite Gruppe von Kreativen verteilen.
voluntary licensing remains the most effective and balanced solution
CISAC · Vorherige Zustimmung
CISAC-Präsident Björn Ulvaeus forderte im Juli 2026 Regeln, nach denen Kreative der Nutzung ihrer Werke zustimmen und am von KI geschaffenen Wert beteiligt werden. Zusammen mit CISACs Lizenzierungsposition stützt das vorherige Autorisierung statt erlaubnisfreien kommerziellen Trainings.
when they consent to it, when they share in what it creates
International Publishers Association · Weite Trainingsausnahme
Die IPA begrüßte Chinas Entscheidung gegen eine neue KI-Trainingsausnahme und wandte sich außerdem gegen vorgeschlagene oder zu weite TDM-Ausnahmen in Indien, Sambia und Australien. Ihre erklärten Prinzipien sind Zustimmung, Vergütung und Nennung.
Consent, Compensation and Credit.
International Publishers Association · Opt-out als Standard
Die aktuelle IPA-Position begrüßt den Verzicht auf eine neue KI-Trainingsausnahme und nennt Zustimmung als Kernprinzip. Das ist nicht mit einem Modell vereinbar, in dem kommerzielles Training zunächst zulässig ist, bis Rechteinhaber widersprechen.
International Publishers Association · Kollektive Lizenzierung
Die IPA erklärt, direkte und kollektive Lizenzmodelle seien verfügbar und entwickelten sich weiter. Ihre KI-Arbeit beschreibt freiwillige kollektive Lizenzen als freie Entscheidung im Rahmen der Vertragsfreiheit; 2026 wandte sie sich in Sambia ausdrücklich gegen verpflichtende Lizenzierung über Verwertungsgesellschaften.
voluntary collective licenses publishers can consider as a free choice
International Publishers Association · Vorherige Zustimmung
Die IPA nennt in ihrer China-Erklärung 2026 Zustimmung, Vergütung und Nennung ausdrücklich als Prinzipien, die KI-Plattformen beim Training anwenden müssen. In Indien wendet sie sich zudem gegen ein Modell, das Direktlizenzierung beseitigen würde.
Quellen
- OpenAI — OpenAI’s Memorandum of Points and Authorities in Support of Motion for Summary Judgment ·
- OpenAI — Our approach to data and AI ·
- Google — Google at the Global Forum on Intellectual Property ·
- Official Journal of the European Union — Directive (EU) 2019/790 of the European Parliament and of the Council of 17 April 2019 on copyright and related rights in the Digital Single Market and amending Directives 96/9/EC and 2001/29/EC ·
- European Commission — Commission launches consultation on protocols for reserving rights from text and data mining under the AI Act and the GPAI Code of Practice ·
- 文化庁 — 著作権テキスト -令和8年度版- ·
- U.S. Copyright Office — Copyright and Artificial Intelligence, Part 3: Generative AI Training Pre-Publication Version ·
- The Authors Guild — AI Licensing: What Authors Should Know ·
- The Authors Guild — AG in Action: Events Recap, June 30, 2023 ·
- CISAC — CISAC’s submission on UK’s Copyright and AI Consultation ·
- CISAC — India’s Generative AI and Copyright Consultation: CISAC calls for a cautious approach towards licensing works for AI training ·
- CISAC — “AI for Good. Good for whom?” Björn Ulvaeus calls on the United Nations and global policymakers for international rules on creators’ share in AI revenues ·
- International Publishers Association — IPA Vice President Giovanni Hoepli discusses copyright protection in China ·
- International Publishers Association — Copyright Updates: AI Copyright Cases in India and Zambia ·
- International Publishers Association — IPA work on Artificial Intelligence ·























