Gendern: Wer will welche Regeln für öffentliche Sprache?
Aktualisiert am 24. September 2026
Bundesregierung · Verwaltung ohne Genderzeichen
Für alle Bundesbehörden gelten die Regeln zur geschlechtergerechten Schreibweise im Rahmen der aktuellen Rechtschreibung. Die Bundesregierung erläuterte zudem, dass die Gemeinsame Geschäftsordnung für den amtlichen Schriftverkehr keine Gender-Sonderzeichen vorsieht. Eine allgemeine arbeits- oder disziplinarrechtliche Genderpflicht folgt daraus ausdrücklich nicht.
Diese sieht also keine Sonderzeichen vor.
CDU/CSU · Verwaltung ohne Genderzeichen
Das gemeinsame Bundestagswahlprogramm fordert ausdrücklich, dass im öffentlichen Raum unter anderem in der Verwaltung auf Gendersprache verzichtet wird. Die Forderung ist breiter als nur die hier bewerteten Wortbinnenzeichen.
im Rundfunk und der Verwaltung – auf die Gendersprache verzichtet wird
CDU/CSU · Schulen: amtliche Rechtschreibung
Das gemeinsame Wahlprogramm nennt Schulen ausdrücklich. Die Matrix wertet dies als Unterstützung einer schulischen Regel ohne Gender-Sonderzeichen; aus der Quelle wird keine bestimmte Benotungs- oder Sanktionsregel abgeleitet.
an Schulen und Universitäten
CDU/CSU · ÖRR zum Verzicht verpflichten
Das Wahlprogramm nennt den Rundfunk ausdrücklich als Bereich, in dem auf Gendersprache verzichtet werden soll. Es legt jedoch nicht im Detail fest, mit welchem medienrechtlichen Instrument diese Vorgabe umgesetzt werden soll.
im Rundfunk
AfD · Verwaltung ohne Genderzeichen
Das Bundestagswahlprogramm fordert ein Verbot sogenannter gendergerechter Sprache in öffentlichen Einrichtungen und staatlichen Stellen. Das ist stärker als die hier bewertete Beschränkung auf amtlichen Schriftverkehr und umfasst diese deshalb.
in öffentlichen Einrichtungen und staatlichen Stellen ... untersagt werden
AfD · Schulen: amtliche Rechtschreibung
Die AfD fordert ein Verbot sogenannter Gendersprache in öffentlichen Einrichtungen und staatlichen Stellen. Öffentliche Schulen fallen in diesen staatlichen Anwendungsbereich; die Quelle nennt jedoch keine eigene Benotungsregel.
in öffentlichen Einrichtungen
AfD · ÖRR zum Verzicht verpflichten
Die AfD fordert ein Verbot sogenannter Gendersprache in öffentlichen Einrichtungen und staatlichen Stellen. Ob diese Passage als konkrete medienrechtliche Vorgabe an öffentlich-rechtliche Rundfunkanstalten gemeint ist, lässt sich aus der Quelle nicht eindeutig ableiten.
öffentlichen Einrichtungen und staatlichen Stellen
CDU/CSU-Bundestagsfraktion · Bundestagsdrucksachen ohne Gendersprache
Im zuständigen mitberatenden Ausschuss stimmte die CDU/CSU-Fraktion für die Ablehnung des AfD-Antrags 21/1559. Daraus wird keine allgemeine Haltung zu geschlechtergerechter Sprache außerhalb dieses konkreten Geschäftsordnungsinstruments abgeleitet.
die Ablehnung des Antrags
AfD-Bundestagsfraktion · Verwaltung ohne Genderzeichen
Der Antrag von 2026 fordert die Bundesregierung auf, in sämtlichen Äußerungen auf Gender-Sterne, Doppelpunkte, Binnen-Is, Schräg- und Unterstriche sowie Doppelbenennungen zu verzichten. Das umfasst amtlichen Schriftverkehr und geht darüber hinaus.
auf Gender-Sterne, Doppelpunkte, Binnen-Is, Schräg- oder Unterstriche und Doppelbenennungen zu verzichten
AfD-Bundestagsfraktion · Bundestagsdrucksachen ohne Gendersprache
Der Antrag 21/1559 wollte die Geschäftsordnung so ändern, dass Drucksachen in klarer, verständlicher Schreibweise abgefasst werden und sogenannte Gendersprache, insbesondere Sternchen, Doppelpunkte und Binnen-I, nicht verwendet wird.
Sternchen, Doppelpunkte und Binnen-I ... sollen nicht zur Anwendung kommen
SPD-Bundestagsfraktion · Bundestagsdrucksachen ohne Gendersprache
Im zuständigen mitberatenden Ausschuss stimmte die SPD-Fraktion für die Ablehnung des AfD-Antrags 21/1559. Daraus wird keine allgemeine Haltung zu geschlechtergerechter Sprache außerhalb dieses konkreten Geschäftsordnungsinstruments abgeleitet.
die Ablehnung des Antrags
Bündnis 90/Die Grünen-Bundestagsfraktion · Bundestagsdrucksachen ohne Gendersprache
Im zuständigen mitberatenden Ausschuss stimmte die Bündnis 90/Die Grünen-Fraktion für die Ablehnung des AfD-Antrags 21/1559. Daraus wird keine allgemeine Haltung zu geschlechtergerechter Sprache außerhalb dieses konkreten Geschäftsordnungsinstruments abgeleitet.
die Ablehnung des Antrags
Die Linke-Bundestagsfraktion · Bundestagsdrucksachen ohne Gendersprache
Im zuständigen mitberatenden Ausschuss stimmte die Die Linke-Fraktion für die Ablehnung des AfD-Antrags 21/1559. Daraus wird keine allgemeine Haltung zu geschlechtergerechter Sprache außerhalb dieses konkreten Geschäftsordnungsinstruments abgeleitet.
die Ablehnung des Antrags
Bayerische Staatsregierung · Verwaltung ohne Genderzeichen
Die Allgemeine Geschäftsordnung für die Behörden des Freistaats wurde 2024 ergänzt. Genderstern, Doppelpunkt, Gender-Gap und Mediopunkt sind im dienstlichen Schriftverkehr ausdrücklich unzulässig.
Mehrgeschlechtliche Schreibweisen durch Wortbinnenzeichen ... sind nun ausdrücklich unzulässig.
Bayerische Staatsregierung · Schulen: amtliche Rechtschreibung
Die Staatsregierung erklärte bei der Änderung ihrer Behördenregeln zugleich, die amtliche Rechtschreibung sei Grundlage des Unterrichts an bayerischen Schulen und die Schulen würden über die präzisierten Vorgaben zu Gendersprache informiert.
Grundlage des Unterrichts an den bayerischen Schulen
Hessische Landesregierung · Verwaltung ohne Genderzeichen
Eine Dienstanweisung verpflichtet alle Stellen der Landesverwaltung zu einer einheitlichen, geschlechtergerechten und verständlichen Sprache im Sinne des Duden; verkürzte Formen mit den genannten Sonderzeichen sind nicht zulässig.
Verkürzte Formen mit Sonderzeichen ... sind nicht länger zulässig.
Bildungsministerium Schleswig-Holstein · Schulen: amtliche Rechtschreibung
Das Bildungsministerium hält fest, dass das Amtliche Regelwerk verbindliche Grundlage des Unterrichts ist. Genderstern, Binnen-I, Gender-Gap und Doppelpunkt sind davon nicht abgedeckt; in schriftlichen Arbeiten mit Rechtschreibbewertung werden solche Formen als Fehler behandelt.
eine Nutzung von Sonderzeichen innerhalb eines Wortes derzeit weder vorsieht noch empfiehlt
Rat für deutsche Rechtschreibung · Verwaltung ohne Genderzeichen
Das seit Juli 2024 verbindliche Amtliche Regelwerk gilt für Schule und Verwaltung. Wortbinnenzeichen wie Doppelpunkt, Unterstrich und Asterisk zur Kennzeichnung aller Geschlechter gehören danach nicht zum Kernbestand der deutschen Orthografie.
Diese Wortbinnenzeichen gehören nicht zum Kernbestand der deutschen Orthografie.
Rat für deutsche Rechtschreibung · Schulen: amtliche Rechtschreibung
Der Rat dokumentiert, dass das überarbeitete Regelwerk seit 1. Juli 2024 für Schule und Verwaltung verbindlich ist. Die konkrete schulische Bewertungspraxis fällt hingegen in die Zuständigkeit der Länder.
verbindlich für Schule und Verwaltung
Gesellschaft für deutsche Sprache · Verwaltung ohne Genderzeichen
Für offizielle Kontexte empfiehlt die GfdS Paarformen und Neutralisierungen, die vom Amtlichen Regelwerk abgedeckt sind. Daraus lässt sich eine sprachliche Empfehlung gegen Sonderzeichen ableiten, aber keine eindeutige Forderung nach einer verbindlichen staatlichen Verwaltungsvorschrift.
beim Gendern in offiziellen Kontexten Paarformeln und Neutralisierungen
Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft · Verwaltung ohne Genderzeichen
Die GEW kritisiert ausdrücklich die bayerische Regel, die Genderstern, Binnen-I und Doppelpunkt im dienstlichen Schriftverkehr unter anderem von Behörden ausschließt, und wendet sich gegen solche Verbote.
Ein Genderverbot verhindert die freie Entwicklung der Sprache.
Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft · Schulen: amtliche Rechtschreibung
Die GEW bezeichnet die bayerischen Vorgaben für Schulen, Hochschulen und Behörden als Genderverbot und kritisiert die verbindliche Einschränkung gendersensibler Schreibweisen.
Bayern verbietet gendersensible Sprache an Schulen
Deutscher Journalisten-Verband · ÖRR zum Verzicht verpflichten
Der DJV argumentiert mit der Staatsferne des öffentlich-rechtlichen Rundfunks und fordert, dass Politik sich nicht in redaktionelle Entscheidungen über das Gendern einmischt.
Die Politikerinnen und Politiker haben sich herauszuhalten
Hessischer Rundfunk · ÖRR zum Verzicht verpflichten
Der Hessische Rundfunk wandte sich gegen eine geplante landespolitische Regel, die Gendern in seinen Programmen untersagen würde. Die Quelle gibt die Position des HR und seines Rundfunkrats mit direktem Zitat wieder.
Sache der Politik, hier etwas festzulegen
Quellen
- Deutscher Bundestag — Regelungen zur geschlechtergerechten Schreibweise ·
- Bundesregierung — Regierungspressekonferenz vom 4. August 2025 ·
- CDU Deutschlands — Wahlprogramm von CDU und CSU ·
- Alternative für Deutschland — Programm der Alternative für Deutschland für die Wahl zum 21. Deutschen Bundestag ·
- Deutscher Bundestag — AfD: Regierung soll auf gendergerechte Sprache verzichten ·
- Deutscher Bundestag — AfD: Keine Gendersprache in Bundestagsdrucksachen ·
- Deutscher Bundestag — Wortprotokoll der 8. Sitzung des Ausschusses für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend ·
- Bayerische Staatsregierung — Bericht aus der Kabinettssitzung vom 19. März 2024 ·
- Hessische Landesregierung — Ein Jahr erfolgreiche Politik für Hessen ·
- Land Schleswig-Holstein — Schulrecht von A bis Z – Geschlechtergerechte Sprache ·
- Rat für deutsche Rechtschreibung — Amtliche deutsche Rechtschreibung: Überarbeitetes Regelwerk und Neufassung Wörterverzeichnis für Schule und Verwaltung verbindlich ·
- Gesellschaft für deutsche Sprache — Geschlechterbewusste Sprache: Die häufigsten Fragen ·
- Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft — Vielfalt statt Verbote ·
- Deutscher Journalisten-Verband — HR hält Genderverbot für verfassungswidrig ·












