EEG-Reform: Wer will wie erneuerbare Energien fördern?
Aktualisiert am 19. September 2026
Bundesregierung · Dach-PV-Förderung beenden
Neue PV-Dachanlagen unter 25 Kilowatt sollen nach einer befristeten Übergangszahlung keine dauerhafte feste Einspeisevergütung mehr erhalten. Bestandsanlagen bleiben unberührt.
Bundesregierung · Direktvermarktung ausweiten
Neue Anlagen sollen schrittweise über intelligente Mess- und Steuerungstechnik in die Direktvermarktung wechseln; für kleine Anlagen ist ein zeitlich begrenzter Bonus vorgesehen.
Bundesregierung · Mehrerlöse abschöpfen
Der Gesetzentwurf sieht für größere neue Anlagen Differenzverträge vor: Bei hohen Markterlösen soll ein Teil der Zusatzerlöse als Refinanzierungsbeitrag zurückfließen.
Bundesregierung · PV-Einspeisung halbieren
Die Einspeiseleistung neuer kleiner und mittlerer PV-Dachanlagen soll dauerhaft auf 50 Prozent begrenzt werden, um Mittagsspitzen zu reduzieren und Speicher anzureizen.
SPD-Bundestagsfraktion · Dach-PV-Förderung beenden
Die energiepolitische Sprecherin hält Einspeisevergütung und gesicherte Stromabnahme für viele kleine Anlagen weiterhin für unverzichtbar und die Übergangszahlung für unzureichend.
SPD-Bundestagsfraktion · Direktvermarktung ausweiten
Die Fraktion warnt, eine Pflicht für kleine Anlagen werde voraussichtlich viele Investitionsentscheidungen verhindern und dezentrale Potenziale ungenutzt lassen.
Bündnis 90/Die Grünen · Dach-PV-Förderung beenden
Die Fraktion fordert ausdrücklich, die Einspeisevergütung für Dachanlagen zu erhalten und die einfache Finanzierung kleiner Solaranlagen fortzuführen.
Bündnis 90/Die Grünen · Direktvermarktung ausweiten
Die Fraktion lehnt die vorgesehene Pflicht für kleine Anlagen ab, weil für diese bislang kein ausreichend funktionierender Vermarktungsmarkt bestehe.
Bündnis 90/Die Grünen · PV-Einspeisung halbieren
Die Fraktion kritisiert die geplante Spitzenkappung als zusätzliche Belastung. Ob sie speziell jede 50-Prozent-Grenze ablehnt, bleibt in der Quelle offen.
Die Linke · Dach-PV-Förderung beenden
Die Fraktion verlangt, die Förderung von PV-Anlagen auf Gebäuden zu erhalten. Ob sie exakt die bisherige 20-jährige Festvergütung unverändert fortführen will, ist nicht eindeutig belegt.
Die Linke · Direktvermarktung ausweiten
Die wirtschaftspolitische Sprecherin kritisiert ausdrücklich, dass Betreiber kleiner Anlagen ihren Strom künftig selbst direkt vermarkten sollen.
AfD-Fraktion · Dach-PV-Förderung beenden
Die Fraktion geht über den Regierungsentwurf hinaus: Sie will das EEG insgesamt aufheben und den subventionierten Ausbau von Wind- und Solarenergie beenden.
Bundesverband Erneuerbare Energie · Dach-PV-Förderung beenden
Der Verband fordert, die Streichung für Neuanlagen unter 25 Kilowatt zurückzunehmen und eine niedrigschwellige Vergütungsoption zu erhalten.
Bundesverband Erneuerbare Energie · Direktvermarktung ausweiten
Die Pflicht für Neuanlagen unter 100 Kilowatt soll gestrichen werden, weil technische, prozessuale und wirtschaftliche Voraussetzungen fehlten.
Bundesverband Erneuerbare Energie · Mehrerlöse abschöpfen
Der Verband akzeptiert den Mechanismus nur mit einem Marktwertkorridor, realer Erlösbetrachtung und einer höheren Bagatellgrenze von 200 statt 100 Kilowatt.
Bundesverband Erneuerbare Energie · PV-Einspeisung halbieren
Der Verband lehnt eine pauschale Abregelung einzelner Anlagen ab und schlägt stattdessen eine flexible Steuerung der gesamten Einspeisung am Netzverknüpfungspunkt vor.
Bundesverband Solarwirtschaft · Dach-PV-Förderung beenden
Der Solarverband lehnt das Förderende für neue Dachanlagen bis 25 Kilowatt ab und erwartet dadurch einen starken Einbruch im privaten und kleingewerblichen Markt.
Bundesverband Solarwirtschaft · Direktvermarktung ausweiten
Der Verband lehnt die Pflicht bis 100 Kilowatt ab, weil eine flächendeckende wirtschaftliche Vermarktung kleiner Strommengen absehbar nicht möglich sei.
Bundesverband Solarwirtschaft · Mehrerlöse abschöpfen
Der Verband erkennt die europäische Vorgabe an, fordert aber einen Marktwertkorridor, Ausnahmen für alternative Vermarktung und eine Schwelle von 200 Kilowatt.
Verband kommunaler Unternehmen · Dach-PV-Förderung beenden
Der Verband begrüßt das Ende der festen Einspeisevergütung und will Förderung künftig grundsätzlich an direkt vermarkteten Strom binden.
Verband kommunaler Unternehmen · Direktvermarktung ausweiten
Der Verband unterstützt den Übergang, verlangt aber massentaugliche Prozesse und eine einheitliche Übergangsregelung für Anlagen bis 100 Kilowatt.
Verband kommunaler Unternehmen · Mehrerlöse abschöpfen
Der Verband unterstützt Differenzverträge nur mit Marktwertkorridor und will den Rückzahlungsmechanismus erst ab 200 statt ab 100 Kilowatt anwenden.
Verband kommunaler Unternehmen · PV-Einspeisung halbieren
Der Verband unterstützt ausdrücklich die Absenkung der maximalen Wirkleistungseinspeisung bei Solaranlagen des zweiten Segments auf 50 Prozent.
Verbraucherzentrale Bundesverband · Dach-PV-Förderung beenden
Der Verbraucherzentrale Bundesverband lehnt die Abschaffung für kleine Neuanlagen ab und fordert verlässliche, kalkulierbare Rahmenbedingungen für private Haushalte.
Verbraucherzentrale Bundesverband · Direktvermarktung ausweiten
Der Verband akzeptiert den Übergang nur, wenn Direktvermarktung flächendeckend funktioniert; bis dahin soll eine verlässliche Einspeisevergütung bleiben.
Verbraucherzentrale Bundesverband · PV-Einspeisung halbieren
Der Verband fordert ausdrücklich, die Wirkleistungseinspeisung kleiner Anlagen nicht pauschal auf 50 Prozent zu begrenzen.
WWF Deutschland · Dach-PV-Förderung beenden
Der WWF fordert, die Einspeisevergütung für kleine Dachanlagen beizubehalten, solange kein praxistauglicher Ersatz verfügbar ist.
WWF Deutschland · Direktvermarktung ausweiten
Der WWF knüpft einen Wechsel zur Direktvermarktung daran, dass dieses Modell für kleine Anlagen praktisch funktioniert und Investitionssicherheit erhält.
BDEW · Mehrerlöse abschöpfen
Der Verband unterstützt eine Übererlösabschöpfung grundsätzlich, verlangt aber eine möglichst einfache und praktikable Ausgestaltung mit auch negativ möglicher Marktprämie.
Quellen
- Bundesregierung — Energiepolitik: Planbar, effizient und sicher ·
- Deutscher Bundestag — Grundlegende Reform des EEG geplant ·
- SPD-Bundestagsfraktion — Potenzial von Netzpaket und EEG-Novelle effektiv nutzen ·
- Grüne Bundestagsfraktion — Netzpaket und EEG im Kabinett ·
- Fraktion Die Linke — Änderungen am EEG reichen keineswegs aus ·
- AfD-Fraktion — Neue Wirtschaftskraft entfesseln ·
- BEE — Stellungnahme zur EEG-Novelle 2027 ·
- BSW-Solar — EEG-Novelle und Netzpaket gefährden Solarausbau ·
- VKU — Stellungnahme zum EEG 2027 ·
- vzbv — EEG-Reform: Was sich für Solaranlagen ändern soll ·
- WWF Deutschland — Energiewende stärken statt absägen ·
- Lobbyregister des Bundestages — BDEW-Stellungnahme zum EEG 2027 ·












