Social Media für Kinder: Wer will welche Altersgrenzen?
Aktualisiert am 19. September 2026
EU-Kommission · Unter 13 ausschließen
Der vorgeschlagene EU Kids Act soll Kindern unter 13 den Zugang zu sozialen Medien untersagen. Das ist ein Gesetzesvorschlag, noch kein geltendes Recht.
EU-Kommission · Alter verpflichtend prüfen
Soziale Medien und Videoplattformen sollen das Alter bei der Kontoeröffnung prüfen; die Verfahren sollen die Privatsphäre schützen.
EU-Kommission · Safety by Design
Von Minderjährigen genutzte Dienste sollen standardmäßig stärkeren Schutz bieten, etwa private Profile und begrenzte Aufmerksamkeitsfunktionen.
Karin Prien · Unter 13 ausschließen
Prien hält eine gesetzliche Altersgrenze von 13 Jahren für den richtigen Weg; darunter sollen nur nachweislich kindgerechte Angebote zulässig sein.
Karin Prien · Alter verpflichtend prüfen
Die Altersgrenze soll mit einer wirksamen Altersüberprüfung verbunden werden.
Karin Prien · Safety by Design
Plattformanbieter sollen strukturell verantwortlich sein und digitale Angebote von Anfang an sicherer und kindgerechter gestalten.
CDU/CSU-Fraktion · Unter 13 ausschließen
Die Fraktion will gesetzlich handeln, legt sich aber nicht auf einen pauschalen Ausschluss unter 13 fest; sie fordert risikobasierte, differenzierte Altersgrenzen.
CDU/CSU-Fraktion · Alter verpflichtend prüfen
Die Fraktion weist Plattformen die Verantwortung für altersgerechten Zugang zu, sagt aber nicht eindeutig, ob ein bestimmtes Prüfverfahren gesetzlich verpflichtend werden soll.
SPD-Fraktion · Unter 13 ausschließen
Die SPD-Fraktion fordert sogar eine höhere Grenze: Kinder unter 14 sollen soziale Medien grundsätzlich nicht nutzen.
SPD-Fraktion · Alter verpflichtend prüfen
Die Fraktion verlangt verlässliche, datensparsame und datenschutzkonforme Altersprüfungen.
SPD-Fraktion · Safety by Design
Für 14- bis 16-Jährige sollen Jugendversionen ohne manipulative Feeds, endloses Scrollen und Belohnungsmechanismen voreingestellt sein.
Bündnis 90/Die Grünen · Unter 13 ausschließen
Die Grünen fordern ein Mindestalter von 14 Jahren und damit auch den gesetzlichen Ausschluss unter 13.
Bündnis 90/Die Grünen · Alter verpflichtend prüfen
Die Altersgrenze soll durchsetzbar sein, aber nur mit grundrechtsschonenden Verfahren; biometrische Verfahren und Ausweis-Uploads lehnt die Fraktion ab.
Bündnis 90/Die Grünen · Safety by Design
Riskante Aufmerksamkeitsfunktionen sollen standardmäßig ausgeschaltet, Pausenhinweise dagegen von Beginn an aktiv sein.
AfD-Fraktion · Unter 13 ausschließen
Die Fraktion lehnt einen gesetzlichen Social-Media-Ausschluss für Kinder ausdrücklich ab und verweist auf Eltern, Schulen und Medienkompetenz.
AfD-Fraktion · Alter verpflichtend prüfen
Die Fraktion spricht allgemein von technischen Lösungen, lehnt zugleich staatlich erzwungene digitale Identitätsnachweise ab. Eine eindeutige Position zu jeder verpflichtenden Altersprüfung ergibt sich daraus nicht.
AfD-Fraktion · Safety by Design
Die Fraktion lehnt die von der SPD vorgeschlagenen verpflichtenden Jugendversionen ab und setzt stattdessen auf eigenständiges Lernen sowie Unterstützung durch Eltern und Schulen.
Die Linke · Unter 13 ausschließen
Die Fraktion lehnt pauschalen Ausschluss ab und fordert stattdessen eine konsequente Regulierung der Plattformen.
Die Linke · Alter verpflichtend prüfen
Die Fraktion lehnt Alterskontrollen als ungeeigneten Schutz ab und warnt vor zusätzlichen Identitätsrisiken.
Die Linke · Safety by Design
Die Fraktion verlangt gesetzliche Regeln gegen suchtfördernde Funktionen wie Streaks und endloses Scrollen und will Plattformen in die Pflicht nehmen.
SSW · Unter 13 ausschließen
Der SSW befürwortet Einschränkungen für sehr junge Nutzer, verbindet sie aber mit angepassten Konten ab 13 statt mit einem pauschalen Verbotsmodell.
SSW · Alter verpflichtend prüfen
Für angepasste Konten ab 13 verlangt der SSW ausdrücklich eine verbindliche Altersprüfung.
SSW · Safety by Design
Plattformen sollen ab 13 angepasste Konten anbieten, die nur nicht jugendgefährdende Inhalte zeigen und nicht zu stundenlangem Scrollen verleiten.
Deutscher Ethikrat · Unter 13 ausschließen
Der Ethikrat lehnt ein allgemeines gesetzliches Mindestalter für soziale Medien ab und empfiehlt stattdessen ein risikobasiertes Schutzkonzept.
Deutscher Ethikrat · Alter verpflichtend prüfen
Der Ethikrat befürwortet Altersbestimmung nur für bestimmte besonders riskante Angebote wie Pornografie. Eine allgemeine Pflicht bei Social-Media-Konten benennt er nicht.
Deutscher Ethikrat · Safety by Design
Der Ethikrat will Anbieter stärker verpflichten, aber Schutzvorgaben am jeweiligen Risiko des Angebots ausrichten.
Bundesjugendring · Unter 13 ausschließen
Der Bundesjugendring kritisiert die Zugangssperre als pauschalen Eingriff in Teilhabe und Autonomie junger Menschen.
Bundesjugendring · Safety by Design
Der Bundesjugendring unterstützt sichere Designs mit kontrollierbaren Algorithmen, privaten Standardeinstellungen und ohne endlose Videowiedergabe.
Jugendliche · UNICEF-Umfrage · Unter 13 ausschließen
55 Prozent der repräsentativ befragten 14- bis 16-Jährigen befürworten sogar eine Altersgrenze für unter 14-Jährige. Die Zeile zeigt das Umfrageergebnis, nicht eine UNICEF-Position.
Jugendliche · UNICEF-Umfrage · Safety by Design
80 Prozent der Befragten befürworten standardmäßig aktive Schutzeinstellungen wie private Profile und eingeschränkten Kontakt durch Fremde.
Bitkom · Unter 13 ausschließen
Der Branchenverband lehnt pauschale Altersgrenzen ab und fordert einen nach dem Risiko des jeweiligen Angebots abgestuften Jugendschutz.
Bitkom · Alter verpflichtend prüfen
Bitkom akzeptiert Altersfeststellung nur, wenn sie technisch zuverlässig, datenschutzfreundlich und unter Mitwirkung der Eltern umsetzbar ist.
Bitkom · Safety by Design
Safety by Design und altersgerechte Einstellungen unterstützt Bitkom ausdrücklich, bevorzugt aber eine Verankerung im bestehenden Digital Services Act.
Die Medienanstalten · Alter verpflichtend prüfen
Die Medienanstalten und die Kommission für Jugendmedienschutz verlangen geeignete Verfahren zur Altersverifikation oder Alterseinschätzung durch die Anbieter.
Die Medienanstalten · Safety by Design
Die Medienanstalten unterstützen altersdifferenzierte Konten und abgestufte Sicherheitsvorgaben; die Verantwortung soll bei den Plattformen liegen.
FDP · Unter 13 ausschließen
Die FDP lehnt pauschale Social-Media-Verbote ab und setzt stattdessen auf Aufklärung und Medienkompetenz.
FDP · Alter verpflichtend prüfen
Die FDP lehnt die im EU-Vorschlag vorgesehene verpflichtende Alterskontrolle ab, weil sie auch Erwachsene erfassen und anonyme Nutzung gefährden würde.
Quellen
- Europäische Kommission — EU KIDS Act: helping children navigate a safer online world ·
- BMBFSFJ — Handlungsempfehlungen der Expertenkommission ·
- CDU/CSU-Fraktion — Solange es keine EU-weite Regelung gibt, braucht es nationale Lösung ·
- CDU/CSU-Fraktion — Für einen effektiven Kinder- und Jugendschutz ·
- SPD-Fraktion — Starker Schutz, klare Regeln ·
- Grüne Bundestagsfraktion — Unser Plan für sichere Plattformen ·
- AfD-Fraktion — Social-Media-Verbot für unter 14-Jährige geht in völlig falsche Richtung ·
- AfD-Fraktion — Social-Media-Verbot soll dem Absatz der digitalen Identität dienen ·
- Fraktion Die Linke — Alterskontrollen garantieren keinen Schutz ·
- Fraktion Die Linke — Verbote sind nur scheinbar eine Lösung ·
- SSW — Zugang begrenzen, Systeme verändern und Kompetenzen stärken ·
- Deutscher Ethikrat — Kein pauschales Social-Media-Verbot ·
- Deutscher Bundesjugendring — Junge Menschen schützen statt ausschließen ·
- UNICEF Deutschland — Jugendliche wollen Schutz statt Verbote ·
- Bitkom — Bitkom zum EU Kids Act ·
- Die Medienanstalten — EU KIDS Act: Kinder schützen statt Regeln stapeln ·
- FDP — Ausweis zeigen fürs Internet? ·












