Erbschaftsteuer: Wer will große Erbschaften wie besteuern?
Aktualisiert am 24. September 2026
SPD · Betriebsvermögen weniger verschonen
Das SPD-Modell sieht einen Unternehmensfreibetrag von 5 Millionen Euro vor; sehr große Unternehmensvermögen sollen darüber hinaus progressiv besteuert und Schlupflöcher geschlossen werden.
Sehr große Unternehmensvermögen werden künftig progressiv besteuert.
SPD · Steuer für Betriebe langfristig stunden
Für Unternehmen, die Arbeitsplätze sichern, soll die festgesetzte Steuer über 20 Jahre verteilt werden können.
Steuer über 20 Jahre gestreckt
SPD · Persönliche Freibeträge erhöhen
Die SPD schlägt einen persönlichen steuerfreien Betrag von bis zu 1 Million Euro vor; zusätzlich soll für Unternehmen ein eigener Freibetrag von 5 Millionen Euro gelten.
1 Million Euro steuerfrei
SPD · Erbschaftsteuer abschaffen
Das Reformmodell behält die Erbschaftsteuer ausdrücklich bei und sieht für sehr große Erbschaften eine stärkere Belastung vor.
CDU · Betriebsvermögen weniger verschonen
Die CDU bezeichnet die erbschaftsteuerliche Verschonung von Betriebsvermögen als notwendiges Instrument zum Schutz der Unternehmensfortführung und lehnt ihre Einschränkung ab.
Die CDU will, dass es so bleibt.
CDU · Steuer für Betriebe langfristig stunden
Die CDU fordert den Erhalt der bestehenden Verschonungsregeln. Damit lehnt sie das hier definierte Modell ab, Verschonung zurückzuführen und die Liquidität stattdessen über langfristige Steuerzahlung zu schützen.
Verschonungsregelungen für Betriebsvermögen
CDU · Persönliche Freibeträge erhöhen
Der CDU-Parteitag beschloss 2026, die Freibeträge bei der Erbschaftsteuer deutlich anzuheben, insbesondere mit Blick auf selbstgenutztes Wohneigentum.
Freibeträge bei der Erbschaftsteuer deutlich erhöhen
CDU · Erbschaftsteuer abschaffen
Die CDU bekennt sich zu einem Erbschaftsteuerrecht und fordert Änderungen innerhalb des bestehenden Systems, nicht dessen vollständige Abschaffung.
bekennt sich zu einem ausgewogenen und verlässlichen Erbschaftsteuerrecht
AfD-Bundestagsfraktion · Betriebsvermögen weniger verschonen
Die AfD-Fraktion kritisiert die von der SPD geplante volle Besteuerung von Unternehmen oberhalb eines Freibetrags als Substanzbesteuerung und fordert stattdessen die vollständige Abschaffung der Steuer.
voll besteuert
AfD-Bundestagsfraktion · Steuer für Betriebe langfristig stunden
Die Fraktion kritisiert das Stundungsmodell ausdrücklich als unzureichend und fordert, dass Erbschaft- und Schenkungsteuer vollständig entfallen.
Die einzige Antwort der SPD auf diese Sorge sind Steuerstundungen.
AfD-Bundestagsfraktion · Persönliche Freibeträge erhöhen
Die Quelle erwähnt höhere Freibeträge als zunächst moderat wirkend, nimmt aber keine eigenständige eindeutige Position zur bloßen Anhebung der persönlichen Freibeträge ein.
höhere Freibeträge auf den ersten Blick moderat
AfD-Bundestagsfraktion · Erbschaftsteuer abschaffen
Die AfD-Fraktion formuliert die Abschaffung ausdrücklich als ihr Ziel und begründet dies mit ihrer Ablehnung einer Besteuerung bereits aufgebauten Vermögens beim Generationenwechsel.
Deshalb wollen wir die Erbschaftssteuer vollständig abschaffen.
Bündnis 90/Die Grünen-Bundestagsfraktion · Betriebsvermögen weniger verschonen
Der Bundestagsantrag fordert, die 2016 eingeführte Verschonungsbedarfsprüfung für sehr große Betriebsvermögen von mehr als 26 Millionen Euro zu beenden.
Verschonungsbedarfsprüfung gemäß § 28a ErbStG ... abschafft
Bündnis 90/Die Grünen-Bundestagsfraktion · Steuer für Betriebe langfristig stunden
Für große Betriebsvermögen soll die abgeschaffte Verschonungsbedarfsprüfung durch Stundungsmöglichkeiten ersetzt werden, die Betriebsfortführung und Arbeitsplätze sichern.
durch flexible und großzügige Stundungsmöglichkeiten ersetzt
Bündnis 90/Die Grünen-Bundestagsfraktion · Erbschaftsteuer abschaffen
Der Antrag setzt ausdrücklich auf eine fortbestehende Erbschaftsteuer mit weniger Ausnahmen für extrem große Vermögensübertragungen.
Die Linke-Bundestagsfraktion · Betriebsvermögen weniger verschonen
Der Antrag fordert die Beseitigung der Vergünstigungen nach §§ 13a bis 13d, 19a und 28a ErbStG und zielt damit ausdrücklich auf die bestehenden Privilegien großer Betriebsvermögen.
Steuervergünstigungen ... beseitigt
Die Linke-Bundestagsfraktion · Steuer für Betriebe langfristig stunden
Die Linke verbindet den Abbau der Verschonungsregeln mit großzügigerer Stundung und fordert ausdrücklich eine Begleichung der Steuerschuld über 20 Jahre.
Steuerschuldbegleichung über 20 Jahre
Die Linke-Bundestagsfraktion · Erbschaftsteuer abschaffen
Der Antrag setzt auf eine fortbestehende Erbschaftsteuer mit weniger Vergünstigungen und zusätzlichen Zahlungsoptionen.
SSW · Betriebsvermögen weniger verschonen
Der SSW hält eine pauschale Begünstigung allein wegen der Einordnung als Betriebsvermögen für falsch und unterstützt eine Reduzierung von Verschonungen bei sehr großen Vermögen.
Begünstigung auch nicht einfach daran hängen, dass etwas „Betriebsvermögen“ heißt.
SSW · Steuer für Betriebe langfristig stunden
Die Steuerpflicht soll anerkannt, die Zahlung aber so gestreckt werden, dass gesunde Unternehmen nicht verkauft oder zerschlagen werden müssen.
Stundungsmöglichkeiten ausgeweitet werden.
SSW · Persönliche Freibeträge erhöhen
Der SSW fordert bei Freibeträgen und Tarifen ausdrücklich eine sorgfältige Prüfung und nennt keine eindeutige Anhebung als beschlossene Position.
Bei Freibeträgen und Tarifen sollten wir dagegen nichts überstürzen.
SSW · Erbschaftsteuer abschaffen
Der SSW formuliert sein Ziel als ausgewogene Erbschaftsteuer, die Familienbetriebe schützt und sehr große Vermögen angemessen heranzieht.
Finanzressorts der Nordländer · Betriebsvermögen weniger verschonen
Die fünf Nordländer sehen besonderen Reformbedarf bei bestehenden Ausnahmen für große Betriebsvermögen und wollen Gestaltungsmöglichkeiten begrenzen.
Verschonungsregelungen zu ändern
Finanzressorts der Nordländer · Steuer für Betriebe langfristig stunden
Unternehmen sollen Erbschaftsteuer über längere Zeiträume zahlen können, um Liquiditätsengpässe und Gefahren für Investitionen und Arbeitsplätze zu vermeiden.
Stundungsmöglichkeiten auszuweiten
Finanzressorts der Nordländer · Persönliche Freibeträge erhöhen
Die Nord-Finanzressorts sehen Reformbedarf bei Freibeträgen, bezeichnen einen Lebensfreibetrag aber ausdrücklich nur als Prüfauftrag.
ausdrücklich nur um einen Prüfauftrag
Finanzressorts der Nordländer · Erbschaftsteuer abschaffen
Die fünf Nordländer wollen die Steuer reformieren und aufkommensstabil weiterentwickeln; eine Abschaffung weisen sie ausdrücklich zurück.
Forderungen nach einer Abschaffung der Erbschaftsteuer weisen die Nord-FM ausdrücklich zurück.
Stefan Bach · Betriebsvermögen weniger verschonen
Bachs DIW-Modell streicht weitreichende Vergünstigungen für Firmenübertragungen und besteuert große Übertragungen stärker.
Steuerliche Ausnahmen für große Firmenübertragungen gehören nach und nach abgeschafft.
Stefan Bach · Steuer für Betriebe langfristig stunden
Die zusätzliche Steuer auf Unternehmensübertragungen soll über längere Zeit gestundet beziehungsweise verrentet werden, damit sie aus laufenden Erträgen finanzierbar bleibt.
Stundung und Verrentung der Steuerlast
Stefan Bach · Persönliche Freibeträge erhöhen
Das DIW-Modell erhöht die Freibeträge für enge Verwandte und begrenzt sie zugleich als Lebensfreibetrag statt periodisch erneuerbarer Freibeträge.
Lebensfreibeträge in Höhe von einer Million Euro
Stefan Bach · Erbschaftsteuer abschaffen
Das Modell behält die Erbschaftsteuer bei, baut Ausnahmen ab und kombiniert dies mit höheren Freibeträgen und einem progressiven Tarif.
Clemens Fuest · Betriebsvermögen weniger verschonen
Das ifo-Modell sieht für alle Vermögensarten einen niedrigen einheitlichen Satz von ungefähr 10 Prozent vor; dafür sollen bestehende Vergünstigungen und Sonderregeln entfallen.
Andere bestehende Vergünstigungen und Sonderregelungen sollten abgeschafft werden.
Clemens Fuest · Steuer für Betriebe langfristig stunden
Für nicht liquide Vermögensarten wie Unternehmen sieht das ifo-Modell eine niedrig verzinsliche Stundung vor.
niedrig verzinsliche Stundung
Clemens Fuest · Persönliche Freibeträge erhöhen
Das ifo-Modell sieht hohe individuelle Freibeträge vor und will sie an Immobilien- und Vermögenspreisinflation anpassen.
hohe individuelle Freibeträge
Clemens Fuest · Erbschaftsteuer abschaffen
Das ifo-Modell ersetzt die Steuer nicht, sondern reformiert sie zu einem niedrigen, einheitlichen Steuersatz von ungefähr 10 Prozent.
Sachverständigenrat Wirtschaft · Betriebsvermögen weniger verschonen
Der Sachverständigenrat empfiehlt unter 26 Millionen Euro einen deutlich geringeren Verschonungsabschlag und oberhalb davon die Abschaffung oder starke Einschränkung der Verschonungsbedarfsprüfung.
Begünstigungen für Übertragungen von Betriebsvermögen erheblich reduzieren
Sachverständigenrat Wirtschaft · Steuer für Betriebe langfristig stunden
Der Rat empfiehlt großzügige Stundungsmöglichkeiten, damit die Besteuerung geerbter Betriebe nicht zu übermäßiger Liquiditätsbelastung führt.
großzügige Stundungsmöglichkeiten
Sachverständigenrat Wirtschaft · Persönliche Freibeträge erhöhen
Der Sachverständigenrat schlägt eine strukturelle Umstellung auf einen kumulierten Lebensfreibetrag vor. Die Quelle belegt keine eindeutige Erhöhung der Freibetragsbeträge.
Lebensfreibetrag
Sachverständigenrat Wirtschaft · Erbschaftsteuer abschaffen
Das Jahresgutachten empfiehlt eine fortbestehende Steuer mit gleichmäßigerer Belastung der Vermögensarten.
Deutscher Gewerkschaftsbund · Betriebsvermögen weniger verschonen
Der DGB fordert gemeinsam mit weiteren Organisationen ausdrücklich, die Steuersubventionen für Erben sehr großer Unternehmensvermögen zu beenden.
Steuersubventionen für Erb*innen sehr großer Unternehmensvermögen zu streichen.
Deutscher Gewerkschaftsbund · Erbschaftsteuer abschaffen
Der DGB fordert, große Erbschaften und milliardenschwere Vermögen stärker heranzuziehen und spricht sich damit für eine fortbestehende Erbschaftsteuer aus.
gerechte Erbschaftsteuer
Jörg Dittrich · Betriebsvermögen weniger verschonen
Dittrich lehnt jede Einschränkung der Verschonungsregeln ab und warnt vor Belastungen für Betriebsnachfolge, Investitionen und Beschäftigung.
Verschonung von Betriebsvermögen ist daher richtig und muss in jedem Fall erhalten bleiben.
Jörg Dittrich · Steuer für Betriebe langfristig stunden
Er kritisiert, dass das SPD-Modell die Verschonung durch einen Freibetrag und Stundung ersetzt; die spätere Zahlung ändere aus seiner Sicht nichts an der zusätzlichen Steuerbelastung.
Die einzige Antwort der SPD auf diese Sorge sind Steuerstundungen.
Jörg Dittrich · Erbschaftsteuer abschaffen
Die Stellungnahme richtet sich gegen Änderungen der Betriebsvermögensverschonung. Eine ausdrückliche Position zur vollständigen Abschaffung der Erbschaft- und Schenkungsteuer enthält sie nicht.
Quellen
- SPD — Große Erbschaft. Große Verantwortung. #FairErben ·
- CDU Deutschlands — Erbschaftsteuer für den Mittelstand zukunftsfähig gestalten ·
- CDU Deutschlands — Beschluss des 38. Parteitages – Antrag A10: Erbschaftsteuer ·
- AfD-Fraktion im Deutschen Bundestag — SPD-Erbschaftssteuerpläne setzen Existenz von Familienunternehmen aufs Spiel ·
- Deutscher Bundestag — Drucksache 21/2028: Gerechtigkeitslücken im Steuersystem schließen ·
- Deutscher Bundestag — Drucksache 21/627: Steuerprivilegien für höchste Erbschaften streichen ·
- SSW — Steuerschlupflöcher schließen – Kleine und mittlere Erbschaften schützen! ·
- Finanzministerium Schleswig-Holstein — Mehr Gerechtigkeit bei der Erbschaftsteuer ·
- DIW Berlin — Erbschaftsteuerreform: Vergünstigungen abbauen, Freibeträge erhöhen, Steuertarifstufen reduzieren ·
- ifo Institut — ifo Institut schlägt einfachere Erbschaftsteuer mit niedrigem Steuersatz vor ·
- Sachverständigenrat Wirtschaft — Erbschaften und Schenkungen gleichmäßiger besteuern und den privaten Vermögensaufbau stärken ·
- Deutscher Gewerkschaftsbund — Erneut Milliarden-Steuergeschenke für Großerben – Erbschaftsteuer muss endlich gerecht werden ·
- Zentralverband des Deutschen Handwerks — Finger weg vom Betriebsvermögen bei der Erbschaftsteuer! ·












